Was kostet mein Auto im Monat?

Straßenkreuzung
Autorin: Maren Beck, Matthias Klein Foto: Mika Volkmann 26.11.2019

Wie viel man pro Monat für U-Bahn und Co. bezahlt, steht schwarz auf weiß auf dem Ticket. Was aber kostet das eigene Auto monatlich? Das weiß unser Kosten­rechner. Einfach Fahr­zeug­klasse, Bau­jahr und Kilo­meter pro Jahr eingeben.

Wie viel kostet mein Auto im Monat?

Ihre Angaben zur Berechnung:

 

Kleinstwagen
Kompaktwagen
Mittelklasse
Vans
Oberklasse
Luxusklasse
SUV
Fahrzeugklasse
Baujahr
Gefahrene Kilometer pro Jahr
1000
* Für Berechnung nicht relevant
Die Gesamtkosten auf einen Blick
Stand 26. August 2019. Alle Angaben ohne Gewähr.
0 Errechnete Kosten vs 0 Ihre Schätzung

 

Wie werden die Kosten berechnet?

Die Gesamtkosten ergeben sich aus fünf Anteilen: Wertverlust des Fahrzeugs, Steuern, Versicherung, Reparatur- und Betriebskosten (inkl. Treibstoff). Als Basis der Berechnung dient das jeweils günstigste Modell (Basisversion) des meistverkauften Autos einer Fahrzeugklasse. Die Berechnung basiert daher auf Fahrzeugen mit Benzin- oder Dieselmotor. Die Einteilung in Fahrzeugklassen orientiert sich an der des Kraftfahrt-Bundesamts. Für den Kostenrechner wurden sie aber gröber zusammengefasst, nämlich in Kleinst- und Kleinwagen, Kompaktwagen, Mittelklasse, Vans, Oberklasse, Luxusklasse und SUV/Geländewagen.

Ausgehend vom Neuwagenpreis werden durchschnittliche Wertverluste abgezogen: im ersten Jahr 25 %, im zweiten 15 %, im dritten 10 %, ab dem vierten 5 % und ab dem elften 1 %. Die Kosten für Versicherung, Steuern, Reparatur- und Betriebskosten basieren auf der ADAC-Autokostenliste.

Grundsätzlich gilt: Die Berechnung beruht auf bestimmten Annahmen und statistischen Erhebungen sowie deren Durchschnittswerten. Die individuellen Kosten des eigenen Wagens können daher höher oder tiefer liegen.

Der Kostenrechner wurde im Rahmen des Projekts „Mobilitätsdaten für die Verkehrswende“ vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung erstellt.

Was ist bei anderen heraus­gekommen?

Die gute Nachricht: Nahezu alle verschätzen sich. Die schlechte Nachricht: Nahezu alle verschätzen sich. Die Kosten, die ein Auto pro Monat verursacht, sind vielen Fahrer*innen nicht bewusst. Fast alle Befragten setzen sie erheblich niedriger an, als sie sind.

Warum verschätzt man sich so stark?

Weil der Betrieb eines Autos eben nicht allein vom Treibstoff abhängt. Diesen Kosten­faktor beziffern die Befragten zwar recht genau. Was hingegen häufig unter­schätzt oder gänzlich vergessen wird, sind Steuern, Versicherung und Reparatur­kosten. Und noch ein weiterer Faktor schlägt massiv zu Buche: Die Fahr­zeuge verlieren schnell und stark an Wert, im ersten Jahr bereits 25 Prozent. Auch ältere Pkw werden Schritt für Schritt immer wert­loser.

Dr. Mark Andor und Marco Horvat
Dr. Mark Andor (links) und Marco Horvath (rechts) haben den Hinter­grund für diesen Beitrag geliefert. Die beiden Wissenschaftler betreuen zusammen mit Prof. Dr. Manuel Frondel und ihrem Team das Projekt „Mobilitäts­daten für die Verkehrs­wende“ am RWI – Leibniz-Institut für Wirtschafts­forschung. © Mika Volkmann

Warum fahren trotz dieser hohen Kosten so viele Leute weiterhin Auto?

Aus verschiedenen Gründen. Viele Fahrer*innen empfinden es als Notwendigkeit, einen Pkw zu besitzen, um sich flexibel und komfortabel fort­bewegen zu können. Das ergab eine Haus­halts­befragung über die Einstellung zum ÖPNV und zum Auto, die im Rahmen der Studie „Mobilitäts­daten für die Verkehrs­wende“ vom RWI – Leibniz-Institut für Wirtschafts­forschung durch­geführt wurde. Es gibt aber auch strukturelle Gründe: Nicht alle Haushalte sind optimal an den ÖPNV angebunden. Ein Wagen ist manchmal unumgänglich, um Arbeit und Versorgung zu organisieren. Und schließlich sind die Auto­kosten ein Faktor: Da man sie offensichtlich zu tief einschätzt, sind sie keine Motivation, um umzusteigen.

Was heißt das mit Blick auf die Verkehrswende?

Zunächst, dass die Kosten für ein Fahrzeug nicht der einzig entscheidende Faktor sind. Deutschland scheint auch 2019 ein Auto-Land zu sein. Das bedeutet, man muss alternative Mobilitäts­angebote attraktiver machen. Zentral ist hier der Ausbau von Fahr­rad­wegen und der ÖPNV-Infra­struktur, aber zum Beispiel auch ein verlässliches Leih­system für Pkw. Je besser diese Alter­nativen gestaltet sind, desto eher lassen sich Menschen zum Umstieg bewegen. Tun sie es dann, leeren sich die Straßen, und die Verkehrs­lage entspannt sich. Die Chance besteht, den öffentlichen Raum ganz neu zu verteilen: Bus­spuren, Grün­flächen, Fahr­rad­straßen und Begegnungs­zonen – diese Maßnahmen dienen allen.

Mobilitäts­daten für die Verkehrs­wende

Im Rahmen der Studie „Mobilitäts­daten für die Verkehrs­wende“ erforscht das RWI – Leibniz-Institut für Wirtschafts­forschung gemeinsam mit dem Wissen­schafts­zentrum Berlin für Sozial­forschung (WZB) das Mobilitäts­verhalten der Bürger*innen und aus welchen Gründen sie bestimmte Verkehrs­mittel bevor­zugen. Insgesamt wird unter anderem die Rolle der Verkehrs­infra­struktur, die Bereit­stellung und Nutzung von ÖPNV sowie die Akzeptanz neuer Infra­struktur­politiken in Deutschland unter­sucht.

rwi-essen.de