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Autor: Felix Jung 12.05.2026

Begegnung statt Berührungsangst: wenn der Bahnhof zum Gemeinschaftsort wird

Für viele Menschen gelten Bahnhöfe als unsichere Orte. Als Orte, an denen man sich nicht gerne aufhält. Auch politisch ist das Thema längst präsent. Ein Projekt des Deutschen Caritasverbandes und der Stiftung Mercator will den öffentlichen Raum rund um Bahnhöfe zugänglicher und angenehmer gestalten – und setzt dabei auf zwischenmenschliche Begegnungen, Vernetzung und soziale Teilhabe.

Sind Bahnhöfe in Deutschland gefährliche Orte? Gefühlt schon. „Es ist in der politischen Debatte ein sehr großes Thema, dass es eine große Diskrepanz zwischen der gefühlten Sicherheit und der tatsächlichen Sicherheit gibt“, sagt Uli Grötsch, Polizeibeauftragter des Bundes beim Deutschen Bundestag. Statistisch gesehen seien deutsche Bahnhöfe zwar deutlich sicherer, als viele Menschen annähmen, erklärt er. Dennoch müssten subjektive Gefühle der Bedrohung ernst genommen und adressiert werden.

Der Bahnhof ist einer der wenigen Orte, an dem alle gesellschaftlichen Gruppen zusammenkommen. Und genau das macht ihn so besonders. „Hier begegnen sich Menschen, die am Bahnhof leben, Reisende, die kommen und gehen, und Geschäftstreibende“, erklärt Anna-Maria Pedron, Projektleiterin von „Sozialraum Bahnhof“. Ziel des Projektes ist es, diese Gruppen zusammenzubringen, die sonst wenig miteinander zu tun haben. Auch, um Unsicherheiten abzubauen.

15 Standorte, ein Ziel
An insgesamt 15 Standorten in ganz Deutschland arbeiten die Koordinator*innen von „Sozialraum Bahnhof“ daran, die Bahnhöfe und ihr Umfeld für alle angenehmer zu gestalten. Auch wenn die lokalen Bedarfe unterschiedlich sind, bleibt das Grundprinzip gleich: Menschen miteinander in Kontakt zu bringen, die sich im Alltag sonst eher aus dem Weg gehen. Zwei Beispiele sind die Bahnhofsmission in Leipzig und das Lastenrad „Bike mit Herz“ in Köln. Wie das Angebot in der Domstadt funktioniert und angenommen wird, erklärt Torsten Schneider, Referent für Unternehmensentwicklung beim Projektträger IN VIA, in der Videoreportage.


Sozialraum Bahnhof

„Sozialraum Bahnhof“ ist ein Projekt des Deutschen Caritasverbandes, das von der Stiftung Mercator gefördert wird. An 15 Standorten in ganz Deutschland vernetzt das Projekt lokale Akteur*innen aus Wohlfahrtspflege, Sicherheitsbehörden, Zivilgesellschaft und Wirtschaft mit dem Ziel, den öffentlichen Raum rund um Bahnhöfe inklusiver, sicherer und lebendiger zu gestalten.
www.caritas.de