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Mehr InformationenWie gelingt Integration? Ein Rostocker Projekt macht es vor
Wie können Menschen, die neu nach Deutschland kommen, schneller und besser integriert werden? Durch die richtige Unterstützung vor Ort, wie ein Pilotprojekt des Deutschen Instituts für Urbanistik zeigt. Gemeinsam mit Städten und Kommunen entwickelt es sogenannte Ankunftsquartiere, die den Zugewanderten mehr Teilhabe und bessere Zukunftsperspektiven ermöglichen. AufRuhr war im Rostocker Viertel Groß Klein zu Besuch.
Zwölf Kommunen, ein Ziel: die Integration von neu zugewanderten Menschen verbessern. Im Rahmen des Projektes „Teilhabe in ,neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“ begleitet das Deutsche Institut für Urbanistik (Difu) zwölf Kommunen in ganz Deutschland, darunter Bremerhaven, Dresden und Rostock. Für die Projektverantwortlichen beginnt Integration im direkten Wohnumfeld – in der Nachbarschaft, auf dem Spielplatz, im Treppenhaus. „Teilhabe wird oft niedrigschwellig im sozialen Raum hergestellt“, so Julia Burgold, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Difu.
Was das konkret bedeutet, lässt sich gut am Beispiel des Rostocker Viertels Groß Klein beobachten: Knapp 45 Prozent der ausländischen Bevölkerung der Hansestadt leben in den Großwohnsiedlungen im Nordwesten der Stadt. In Groß Klein liegt der Anteil der Menschen mit Migrationshintergrund bei über 20 Prozent, dort befinden sich auch mehrere Gemeinschaftsunterkünfte für Geflüchtete. Da der Stadtteil abseits der großen öffentlichen Plätze liegt und eher schlecht angebunden ist, bleiben seine Bewohner*innen viel unter sich. Doch mit niedrigschwelligen Begegnungsformaten, lokalen Gemeindezentren sowie dem Austausch zwischen den teilnehmenden Städten und Kommunen ist es gelungen, Zugezogene und alteingesessene Bewohner*innen stärker miteinander in Kontakt zu bringen.
Eine wichtige Rolle spielen dabei auch die „Stadtteilmütter“. Die Idee: Frauen, die selbst eingewandert sind und sich bereits im Stadtteil eingelebt haben, unterstützen neu ankommende Familien. So begleiten sie Familien etwa bei Behördengängen, zeigen ihnen lokale Angebote und helfen, dass sie Vertrauen in die Gemeinschaft vor Ort aufbauen. „Es ist ein Ansatz von Frauen für Familien, der wirklich auf Augenhöhe stattfindet“, sagt Carolin Hannert, die Stadtteilmanagerin des Nachbarbezirks Schmarl ist. Seit seinem Start im Herbst 2025 wirkt das Projekt auch über Groß Klein hinaus: „Aus vielen anderen Stadtteilen hören wir: Das hätten wir auch gern“, berichtet Hannert.
Teilhabe in „neuen“ Ankunftsquartieren stärken
Das Forschungs-Praxis-Projekt „Teilhabe in ,neuen‘ Ankunftsquartieren stärken“ untersucht deutschlandweit zwölf Kommunen und begleitet sie dabei, Teilhabe und gesellschaftlichen Zusammenhalt im Kontext von Zuwanderung zu gestalten und zu fördern. Über einen Zeitraum von drei Jahren analysiert das Team von ILS Research, der Technischen Universität Berlin und vom Deutschen Institut für Urbanistik, welche Faktoren das Ankommen und die Integration von Zugewanderten in relativ neuen Ankunftsquartieren begünstigen. Es unterstützt die beteiligten Kommunen zudem dabei, integrationsfördernde Strukturen vor Ort aufzubauen.