Das EUphorische Quiz zur Europäischen Union

Europa (Frau mit Sternenkrone) liest ein Buch
Das EUphorische Quiz zur Europäischen Union
Autor: Julien Wilkens Illustration: Jindrich Novotny 07.05.2021

Die Europäische Union und ihre Vorläufer garantieren seit mehr als 70 Jahren den Frieden auf dem Kontinent Europa – so lange gab es ihn dort noch nie. Das Konstrukt vereint Staaten, Bürger*innen und überstaatliche Institutionen zu einer einzigartigen Union. Zugegebenermaßen ist die EU nicht ganz einfach zu durchblicken. Was wissen Sie über das Bündnis der – so viel sei verraten – aktuell 27 Mitgliedstaaten? Testen Sie sich jetzt in unserem Quiz.

1–3 richtige Antworten: Beitrittskandidat*in

Gratulation, Sie haben sich diesem Quiz gestellt. Das bedeutet: Sie interessieren sich für die EU – eine wunderbare Ausgangslage. Die EU interessiert sich nämlich auch für Sie. Das Bündnis wurde nicht zum Selbstzweck gegründet, sondern will Frieden sichern, Freizügigkeit ermöglichen, Verbraucher*innen schützen und demokratische Grundrechte für alle sicherstellen. Das fängt bei Kleinigkeiten wie gefallenen Roaminggebühren an und hört bei offenen Grenzen auf. Dazwischen liegt alles andere – worüber wir auf AufRuhr regelmäßig hier berichten.

4–7 richtige Antworten: Langzeitmitglied

Neu sind Sie in der EU nicht. In Mitgliedsländern ausgedrückt wären Sie vielleicht Österreich, also seit 1995 dabei. Lange genug, um einiges zu wissen und zu kennen. Doch wie in jedem Bündnis (von Ehe bis UN) bleibt auch in der EU nichts auch nur einen Tag lang gleich. Erst recht nicht, wenn 27 Parteien beteiligt sind, hinter denen knapp 448 Millionen Menschen stehen. Dranbleiben lohnt sich! Als EU-Bürger*in haben Sie nämlich das Recht, die EU mitzugestalten. Informieren Sie sich über aktuelle Themen, die wir uns auf AufRuhr hier vorknöpfen.

8–10 richtige Antworten: Gründungsmitglied

Frau von der Leyen, sind Sie es? Nein? Ihr Ergebnis deutet nämlich auf eine ausgewiesene EU-Expertise hin. Entweder waren Sie bei der Gründung dabei oder sind einfach von Anfang an überzeugt von der Idee hinter dem Bündnis. Das wäre toll. Die EU braucht Menschen wie Sie! Verbreiten Sie Ihre Begeisterung für offene Grenzen, Lebensmittelkennzeichnungen und blau-gelbe Pullis unbedingt in der Welt. Interessante Geschichten aus Europa zum Weitererzählen finden Sie auch hier auf AufRuhr.

0 Punkt Punkte
Frage 10/10

Welche Domain haben alle offiziellen Seiten der EU?

Antwort 1

.euro

Antwort 2

.europa.eu

Antwort 3

.org.eu
RICHTIG!
Alle offiziellen Seiten der EU haben die Domain .europa.eu. So findet man unter .europa.eu die offizielle Seite der EU, natürlich in allen 24 Amtssprachen, unter ec.europa.eu erreicht man etwa die Europäische Kommission. Die Top-Level-Domain .eu existiert seit dem 28. April 2005 und wird von einem belgischen Unternehmen verwaltet. Jede Person oder jedes Unternehmen darf eine .eu-Domain registrieren, wenn der Wohnsitz oder die Niederlassung in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union liegt – aber auch in Norwegen, Island oder Liechtenstein. Diese Seiten haben dann aber nichts mit dem offiziellen Webauftritt der Europäischen Union zu tun.
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Frage 9/10

Wie oft kommt das Europäische Parlament im Jahr zusammen, und wo finden die Sitzungsperioden statt?

Antwort 1

Zwölfmal in Straßburg, bis zu sechsmal in Brüssel

Antwort 2

Bis zu 24-mal in Straßburg

Antwort 3

In der Regel in Brüssel, bis zu sechsmal in Straßburg
RICHTIG!
Die Hauptsitzungen des Europäischen Parlaments, die auch als „Plenartagungen“ bezeichnet werden, finden zwölfmal pro Jahr im französischen Straßburg und bis zu sechsmal pro Jahr in Brüssel in Belgien statt. Die Regierungen der Mitgliedstaaten der EU einigten sich 1992 einstimmig darauf, im EU-Vertrag die Sitze der EU-Organe dauerhaft festzulegen: Der offizielle Sitz und der Ort, an dem die meisten Plenartagungen stattfinden, ist seitdem Straßburg, die parlamentarischen Ausschüsse treten in Brüssel zusammen. Das viele Hin und Her kostet laut Europäischem Rechnungshof rund 109 Millionen Euro pro Jahr.
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Frage 8/10

Wer kann sich an den Europäischen Gerichtshof wenden?

Antwort 1

Ausschließlich die höchste juristische Instanz der Mitgliedstaaten

Antwort 2

Jede*r Bürger*in der EU

Antwort 3

Nur EU-Diplomat*innen
RICHTIG!
Der Europäische Gerichtshof (EuGH) mit Sitz in Luxemburg kann von einem Mitgliedstaat, einem Organ der EU sowie von juristischen und natürlichen Personen angerufen werden. Jede Bürgerin und jeder Bürger kann sich somit an den EuGH wenden. Er wird gerne mit dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte im französischen Straßburg verwechselt. Der aber gehört nicht zur Europäischen Union, sondern überwacht die Einhaltung der Menschenrechtskonvention des Europarats, dem 47 Staaten von Grönland bis Russland angehören.
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Frage 7/10

Innerhalb der EU gilt freier Personen- und Warenverkehr. Wie viele Kilometer kann man als EU-Bürger*in ab Frankfurt am Main maximal ohne Pass fliegen, wenn man in der Union bleiben will?

Antwort 1

15.900 Kilometer bis Wallis und Futuna

Antwort 2

9.150 Kilometer bis nach La Réunion

Antwort 3

3.200 Kilometer bis nach Gran Canaria
RICHTIG!
EU-Bürger*innen können sich innerhalb der Union ohne Pass bewegen. Somit kann jede*r lediglich mit einem Personalausweis im Portemonnaie überall hinreisen – auch gute 15.000 Kilometer (gerechnet ab Frankfurt am Main) in die französischen Überseegebiete wie Wallis und Futuna. Insgesamt gibt es mehrere Gebiete in „äußerster Randlage“, die zur EU gehören. Nämlich diese neun: Guadeloupe und La Réunion (französische Regionen), Mayotte (französisches Übersee-Departement), Französisch-Guayana und Martinique (französische Gebietskörperschaften), Saint-Martin (französisches Überseegebiet), Madeira und die Azoren (portugiesische autonome Regionen) und die Kanarischen Inseln (spanische autonome Gemeinschaft). Wie es dazu kam, liegt in der Weltgeschichte begründet: Die Gebiete waren Kolonien europäischer Länder.
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Frage 6/10

19 der 27 Mitgliedstaaten nutzen den Euro als Währung. Was ist auf den Euroscheinen zu sehen?

Antwort 1

Fiktive Bauwerke aus verschiedenen Epochen

Antwort 2

Die wichtigsten Bauwerke der Mitgliedstaaten

Antwort 3

Die Porträts der Väter der europäischen Idee
RICHTIG!
Am 1. Januar 2002 wurden die Euromünzen und -banknoten in Umlauf gebracht. Die Scheine zeigen fiktive Motive der europäischen Architektur aus verschiedenen kunstgeschichtlichen Epochen. Warum keine echten Bauwerke? Der Verzicht ist ganz bewusst: Indem keine realen Personen oder architektonischen Meisterwerke abgebildet werden, kann sich auch kein Mitgliedstaat bevorzugt oder benachteiligt fühlen. Zur Eurozone gehören übrigens 19 EU-Mitgliedstaaten: Belgien, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, die Niederlande, Österreich, Portugal, die Slowakei, Slowenien, Spanien und Zypern. Als 19. Land führte Litauen den Euro 2015 ein.
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Frage 5/10

Welche Aussage stimmt: In allen EU-Institutionen zusammen arbeiten so viele Beschäftigte wie …

Antwort 1

in den Vereinten Nationen.

Antwort 2

Menschen in Baden Baden leben.

Antwort 3

die Milchstraße Sterne hat.
RICHTIG!
In allen europäischen Institutionen arbeiten zusammengenommen rund 55.000 Menschen – sie würden alle nach Baden Baden passen, denn hier leben etwa gleich viele Personen. Von den 55.000 EU-Beschäftigten arbeiten knapp 32.000 für die EU-Kommission. Damit kommt ungefähr eine Beamtin bzw. ein Beamter oder ein*e Angestellte*r der EU auf 10.000 Einwohner*innen. Zum Vergleich: In Köln kommt ein*e Bedienstete*r auf 55 Einwohner*innen, in Paris sogar eine*r auf 45. Übrigens: Nur rund sieben Prozent des gesamten EU-Haushalts werden für die Verwaltung (Gehälter, Pensionen und Übersetzungsdienste) ausgegeben.
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Frage 4/10

Das politische Zentrum der EU liegt in Brüssel und Straßburg. Das geografische Zentrum der EU liegt in …

Antwort 1

Bayern

Antwort 2

Lothringen

Antwort 3

Tirol
RICHTIG!
Die geografische Mitte der EU liegt inmitten eines Feldes etwas außerhalb von Gadheim, einem Dorf mit rund 80 Einwohner*innen in der Nähe von Würzburg in Bayern. Ein rot-weißer Vermessungspfosten erhebt sich dort von einem Felsbrocken, um die genaue Stelle zu markieren. Längengrad: neun Grad, 54 Minuten, sieben Sekunden nach Osten; Breitengrad: 49 Grad, 50 Minuten, 35 Sekunden nördlich. Diese Koordinaten wurden für das Zentrum der EU von Expert*innen des National Geographic Institute in Paris erst vor Kurzem neu berechnet. Denn: Vor dem Brexit lag die Mitte noch anderswo. Allerdings nur 60 Kilometer weit entfernt im Dorf Westerngrund, ebenfalls in Bayern.
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Frage 3/10

Bundestag, Bundesrat, Kanzleramt – auch auf europäischer Ebene formt ein Dreiergespann den Gesetzgebungsprozess. Und zwar die Europäische Kommission in Brüssel, das Europäische Parlament in Straßburg und …

Antwort 1

der Europarat

Antwort 2

der Europäische Rat

Antwort 3

der Rat der Europäischen Union
RICHTIG!
Im Rat der Europäischen Union, häufig einfach nur „der Rat“ genannt, kommen die einzelnen Minister*innen aus allen EU-Ländern zusammen. Je nach Politikfeld versammeln sich die zuständigen Personen, um Rechtsvorschriften in diesem Gebiet zu diskutieren, zu ändern und anzunehmen. Der Rat der Europäischen Union ist nicht zu verwechseln mit dem Europäischen Rat. In Letzterem treffen sich viermal im Jahr die EU-Staats- und Regierungschefs und -chefinnen, um die allgemeine Ausrichtung der EU-Politik festzulegen.
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Frage 2/10

Heute garantiert die EU freien Warenverkehr im Binnenmarkt – für alle Waren. Mit einem gemeinsamen Wirtschaftsraum für welche Produkte begann die europäische Idee?

Antwort 1

Kohle und Stahl

Antwort 2

Roggen und Weizen

Antwort 3

Makrelen und Nordseekrabben
RICHTIG!
Auch wenn die EU heute viel mit gemeinsamer Agrarpolitik und Fischfangquoten in Verbindung gebracht wird, basieren ihre Anfänge ab 1951 auf der gemeinsamen Kontrolle über die Produktion von Kohle und Stahl. Die Europäische Gemeinschaft für Kohle und Stahl (EGKS) geht auf die Idee des damaligen französischen Außenministers Robert Schuman zurück: gemeinsame Kontrolle der sogenannten Montanindustrie ohne Zölle. Das war das Hauptziel Schumans für die damals kriegswichtigen Güter Kohle und Stahl. Auch wenn Krieg natürlich alles andere als ein Ziel war – im Gegenteil.
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Frage 1/10

Die EU hat 24 offizielle Amtssprachen, jede*r Abgeordnete*r soll alles verstehen. Wie viele Kombinationsmöglichkeiten an Sprachen müssen die rund 5.100 Dolmetscher*innen und Übersetzer*innen der EU abdecken?

Antwort 1

96

Antwort 2

336

Antwort 3

552
RICHTIG!
Bei 24 Amtssprachen in der EU ergeben sich 552 mögliche Sprachkombinationen – denn jedes Schriftstück muss in 23 weitere Sprachen übersetzt werden: 24 mal 23 ergibt 552. Damit zum Beispiel die Rechtsvorschriften der EU in den Mitgliedstaaten angewendet oder in nationales Recht umgesetzt werden können, müssen sie zunächst in die Amtssprachen der Mitgliedstaaten übersetzt werden. Auch im Europäischen Parlament werden die Wortbeiträge der Abgeordneten in die 23 anderen Sprachen gedolmetscht – mit einem Trick: Um all diese Sprachkombinationen zu bewältigen, nutzt das Parlament ein System von „Relais-Sprachen“, bei dem zunächst in Deutsch, Englisch oder Französisch übersetzt und dann aus diesen in andere Sprachen übertragen wird. Übrigens: Auch nach dem Brexit bleibt Englisch eine Amtssprache der EU, denn sie gehört in Irland und Malta zu den dortigen offiziellen Landessprachen.
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European Policy Centre

Das European Policy Centre (EPC) ist ein unabhängiger gemeinnütziger Thinktank, der sich mit Fragen europäischer Politik beschäftigt.
www.epc.eu