2022 in zwölf Artikeln

Feuerwerk
Autorin: Sally Wilkens 22.12.2022

Ein denkwürdiges Jahr geht zu Ende. Welche Themen haben uns 2022 beschäftigt? Welche Geschichten haben uns bewegt? Wir von AufRuhr haben für Sie zwölf Beiträge aus den vergangenen Monaten zusammen­gestellt, die uns besonders im Gedächtnis geblieben sind.

Von einem Interview mit unserem Mercator Alumnus Igor Mitchnik, der mit seiner NGO akute humanitäre Hilfe in der Ukraine leistet, über ein Video­porträt über die Klima­­aktivistin Clara Leonie Bütow, die von ihrer Arbeit in Nairobi erzählt, bis hin zu einem Beitrag der Leiterin von Anadolu Kültür, Asena Günal, die von der Verurteilung unseres Projekt­­partners Osman Kavalas in der Türkei berichtet. Es ist viel passiert – Schlechtes wie auch Gutes. Lassen Sie uns gemeinsam das vergangene Jahr Revue passieren:

1. Kein Klimaschutz ohne Verkehrs­wende

Anfang des Jahres kündigte Wirtschafts­minister Robert Habeck im Zuge seiner Sofort­maßnahmen an, dass es im Klima­schutz schneller vorangehen solle. Mobilitäts­expertin Wiebke Zimmer, stell­vertretende Direktorin des Think­tanks Agora Verkehrs­wende, erläutert im Interview, wie wir die Lebens­qualität in den Städten und auf dem Land durch eine bessere Verkehrs­politik nach­haltig verbessern und zeit­gleich das Klima schützen können.
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2. Ukraine: helfen, wo alles fehlt

Der Beginn von Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine war ein Moment, der viele sprachlos werden ließ. Im Gespräch mit AufRuhr erläutert Mercator Alumnus Igor Mitchnik, wie er Hilfe in der Krisen­region organisiert. Dabei appelliert er an die Zivil­gesellschaft, die Brücken trotz des Krieges nicht einreißen zu lassen und die europäische Solidarität auf­recht­zu­halten.
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Zerstörter Globus im Kernkraftwerk Tschernobyl. Das Kraftwerk liegt im Norden der Ukraine.
© Getty Images

3. Ungerecht und illegal: ein Gastbeitrag von Asena Günal über den Fall Osman Kavala

Bereits seit mehreren Jahren beobachten wir eine Instrumentalisierung und Politisierung der Judikative in der Türkei. Der türkische Bürger­rechtler Osman Kavala wurde am 22. April 2022 zu lebens­langer Haft verurteilt, basierend auf erfundenen Behauptungen. Asena Gunäl, die Leiterin von der Initiative Anadolu Kültür, beschreibt in ihrem Gast­beitrag, wie sie seit 2013 vom Staat kontrolliert und unter­drückt wird. Osman Kavala arbeitet weiterhin und gibt nicht auf, selbst wenn Gefängnis­mauern ihn von seinen Kolleg*innen trennen.
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4. Was machen Grenzen mit uns Menschen, Dota Kehr und Steffen Mau?

Über Mauern, die uns trennen und getrennt haben, sprechen der Soziologe Steffen Mau und die Musikerin Dota Kehr auf einem Audio­spazier­gang durch Berlin. Soziologisch und philosophisch nähern sie sich der Bedeutung von Mauern und Grenzen. Sie stellen fest, dass immer mehr Länder ihre Grenzen verstärken, obgleich das Welt­geschehen das Gegen­teil erfordert. Steffen Mau spricht sich beispiels­weise für einen Klima­pass aus, der es Menschen, die aufgrund der Erd­erwärmung ihre Heimat verlieren, leichter machen soll, ein neues Zuhause zu finden.
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5. Big Brother aus Brüssel

Ein sicheres und liebevolles Zuhause? Dafür möchte sich auch die EU-Kommission mit einem neuen Gesetz­entwurf einsetzen. Als ein wenig realitäts­fern kritisiert Ella Jakubowska den Entwurf jedoch. Sie leitet die politische Arbeit von European Digital Rights (EDRi), einer Vereinigung von Bürger­rechts­organisationen, die sich dem Daten­schutz und der Freiheit der Bürger*innen in der Informations­gesellschaft verschrieben haben. Jakubowska ist spezialisiert auf die Verwendung von Gesichts­erkennung und Biometrie durch staatliche und private Akteur*innen, insbesondere in Bezug auf das EU-Gesetz über Künstliche Intelligenz. Jakubowska fordert im Interview, die Institutionen zu stärken, die Kinder schützen – denn 80 bis 90 Prozent der Täter*innen stammen aus dem familiären Umfeld.
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© stocksy

6. Wie DSA und DMA das Internet verändern

Auch in der europäischen Digital­politik werden neue Gesetze auf den Weg gebracht. Sie sollen die Versäumnisse der vergangenen 20 Jahre wettmachen. Beispiels­weise fordert der neue Digital Markets Act (DMA), dass Nutzer*innen von zwei verschiedenen Messenger-Diensten miteinander kommunizieren können und diese somit interoperabel sind. Der Digital Services Act (DSA) wiederum zwingt größere Konzerne wie Apple und Google, ihre App-Stores für Dritt­anbieter zu öffnen, wodurch unter anderem die Marktmacht der Konzerne begrenzt werden soll.
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© Getty images

7. Hunger als Waffe

In einem Gastbeitrag geht der Politik­wissenschaftler Michael Werz auf die weltweite Bedeutung der Ukraine in Bezug auf die Nahrungs­mittel­versorgung ein. So schafft der Krieg vor allem Elend und Hunger in der Welt, primär in schwächeren und gebeutelten Staaten wie dem Jemen oder Ägypten. Michael Werz fordert die globalen Akteur*innen auf, die komplexen Zusammen­hänge und Heraus­forderungen zu über­denken, um die globale Zukunft zu sichern.
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8. Energiesparen finanziell belohnen

Ein Umdenken fordert auch Matthias Kalkuhl, Professor für Klimawandel, Entwicklung und Wirtschafts­wachstum an der Universität Potsdam, in der Debatte um Energie­knappheit und Energie­sparen. Im Interview betrachtet er das Energie­sparen aus der klima­politischen Perspektive und ermutigt die Verantwortlichen, Alternativen zu den fossilen Energien zu fördern.
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9. Clara Leonie Bütow, wie bist du Klima­aktivistin geworden?

In einem Videoporträt über die Klimaaktivistin Clara Leonie Bütow stellt AufRuhr heraus, wie vielseitig das Engagement für eine zukunfts­fähige Welt von morgen sein kann. Clara Leonie Bütow berichtet über ihre Arbeit in Nairobi, wo sie sich mit der Anpassung und klimatischen Veränderung beschäftigt, und gibt Einblicke in ihr inspirierendes, europa­weites Engagement vor ihrem Leben in Afrika.
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10. So klappt es mit dem gerechten CO2-Preis

Die Bundesregierung hat eine höhere CO2-Bepreisung beschlossen. Ist das wirklich Klima­schutz? Und wer profitiert davon? In mehreren Studien hat das Berliner Forschungs­institut Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) untersucht, wie das Klimageld bei einkommens­schwachen Haushalten ankommen kann, und räumt in einem Erklärvideo mit den Irrtümern der Debatte auf.
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11. Wie bist du Anti­rassismus­aktivist geworden, Ali Can?

Im September hat Bundes­präsident Frank-Walter Steinmeier Bundes­verdienst­kreuze verliehen, eines davon ging auch an den Essener Ali Can. In einem Videogespräch erzählt er von seiner Motivation und Überzeugung, immer wieder aufs Neue dorthin zu gehen, wo Lücken sind. Zudem berichtet er über sein neues Projekt: die Anti­rassismus­brille, eine Virtual-Reality-Brille, die für alle Alltags­rassismus erfahrbar macht.
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Ali Can
© Studio ZX

12. Wald ohne Wasser

Ein Artikel über den Westwald im Hessischen Ried lässt uns zum Abschluss noch mal auf den lokalen Klima- und Natur­schutz schauen. Über mehrere Jahrzehnte hat der Wasser­verband Hessen­wasser zu viel Grund­wasser entnommen. Dies führt jetzt zu einer Dürre im Westwald bei Darmstadt. Der Beitrag begleitet den Radio­reporter Aurel Jahn und die Initiative CORRECTIV.Lokal bei einem Wald­spaziergang im Herbst dieses Jahres. Ein Appell für einen stärkeren Austausch über lokalen Natur- und Klimaschutz sowie lokaler Bericht­erstattung.
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